Mitteilung 19
Zum
Anlass der Dresdner Musikfestspiele 2004 mit dem Motto Sagenhaftes formt
die Braunschweiger Bildhauerin Petra Förster (geb. 1964) lebensähnliche Büsten von
den Sagen umwobenen Geliebten, gleich 10 Stück, und der Ehefrau von August dem
Starken sowie von ihm selbst in gebranntem, engobiertem Ton. Alle, befestigt jeweils
auf eigenem Holzpodest, schwimmen gemeinsam zur Abschlussveranstaltung der
Musikfestspiele am 5. und 6. Juni 2004 im Palaisteich des Dresdner Großen
Gartens. Die Frauen wandern dann zu einer feudalen Behausung, dem Barockschloss
Rammenau. Sie bleiben dort sechs Wochen lang, unter sich, und dem Publikum
zugänglich, währenddessen August, alleine, im Guckkasten der Galerie am Alaunplatz,
im Schaufester am Straßenrand steht. Unter Einer fehlt firmiert sich das
Ganze. Sagenhaft sind die Liebesaffären dank der Promiskuität des starken Mannes
oder hat er dies eher seinen Frauen zu verdanken?
Petra
Förster zitiert gern - aus der Geschichte, der unmittelbaren Gegenwart bzw. aus
dem überlieferten Stil- und Formenschatz. Ihr Umgang mit dem Vorgegebenen ist unvorbelastet,
unbefangen und freimütig. Ihre Gestalten und Gestaltungen, als Einzelplastik,
mögen die realen und stilistischen Vorlagen unmittelbar aufgreifen, ihr
eigentümlicher Sinn entsteht jedoch erst durch ihre Zusammenstellung bzw. ihre
Installation in einem besonderen zeitlich-räumlichen Kontext.
Der
Mensch ist ihr Thema, ihn stellt sie dar mal detailgetreu, mal reduziert auf
das Wesentliche. Pullover, Sweatshirts, Hemden, akribisch abgebildet in
engobiertem Ton, mögen bei ihr für ihre/n Inhaber/innen stehen ("Die
zweite Haut", 2000), oder die Identität einer "Kunststudentin"
kann eine übergroße Brille ausmachen. Ihre lebensgroßen und -ähnlichen Figuren können
in Nischen stehen, die ihnen gebühren, wie "Lessing" und "Till
Eulenspiegel" im Treppenhaus des Braunschweiger Staatstheaters. Sie können
in Teichen und Kanälen schwimmen, in Luft hängen oder im Wald stehen wie
Vogelscheuchen und in den Himmel schauen, sie können auf Matratzen schlafen.
Alle erzählen eine Geschichte durch ihr Da-Sein. Ihr ironischer und verspielter
Blick weder verhöhnt noch verwertet; er zielt auf das Erfreuliche mit der
Überzeugung: "Das Leben ist schön".
Niteen
Gupte, Dresden, 20.05.2004
Lit. [u.a.]
Petra
Förster: Petra Förster, [Kat.], Stuhr 1995
Petra
Förster: Das Leben ist schön, [Kat.], Bonn 2000
Petra
Förster: Zweitausend bis Zweitausendeins,
[Kat.], Bonn 2001
Petra
Förster Meine Geschichten/Kleine
Geschichten, [Kat.], Bonn 2003
Petra Förster: Einer fehlt. Engobierte Büsten 05.06.2004-17.07.2004 tägl. 24 Std.,
nähere Betrachtung n. V. 05.06.2004, 1100,
IM Palaisteich, Großer Garten, DD Eröffnung der
Ausstellung in Anwesenheit der Künstlerin Die Büsten
schwimmen im Palaisteich am 05. und 06. Juni. Danach kommt August der Starke
in die Galerie und seine 11 Frauen werden im Barockschloss Rammenau bis zur
Finissage untergebracht. 17.07.2004, 2000 Finissage in der
Galerie am Alaunplatz |
Sonderveranstaltung im Rahmen der
Dresdner Musikfestspiele 2004 (Sagenhaftes) in Zusammenarbeit
mit DRESDNER MUSIKFESTSPIELE, SCHLÖSSER UND GÄRTEN IN DRESDEN, und dem BAROCKSCHLOSS
RAMMENAU Besuchen Sie unseren
Stand im Großen Garten am 05. und 06.06.2004, 11.00-21.00 Uhr. Es erscheint auch eine
Edition der 12 Büsten in lim. Auflage. Nächste Ausstellung
im Jahreszyklus BETRACHTER
BETRACHTET Angelika Böck: Face-about |