Mitteilung 7 |
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Mit Textschichtungen von Eva Choung-Fux schließt die Galerie den Zyklus der sieben Ausstellungen, die dem Konzept Schrift-Bild galten, ab. Im zweiten Jahr der Galerie (2002-2003) sind dann sechs Einzelausstellungen Im Rahmen des Rot vorgesehen. |
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Das Werk von Eva Choung-Fux (geb. 1935 in Wien) ist unbequem vielfältig, was ihre Technik, Ausdrucksform bzw. ihr ästhetisches Interesse betrifft. Mit einer kompromisslosen Offenheit begegnet sie ihrer unmittelbaren Wirklichkeit; die Erlebnisse, verinnerlicht, äußern sich ebenso kompromisslos, in der ihnen jeweils gerechten Form. Engagement und Verinnerlichung bilden hier keine Polarität; sie schließen einander nicht aus, sondern sie ergänzen sich, woraus eine persönliche Sprache entsteht. | |||||||||||||
Ausgestellt werden großformatige Zeichnungen, eine Huldigung an den spanischen Dichter Antonio Machado. Sie stellen das zentrale Thema des uvre der Künstlerin exemplarisch dar; ein Thema, das ich über 33 Jahre mit meinem Herzblut und meinem gesamten künstlerischen Vokabular verfolgt habe, sagt sie. Das Konzept umfasst um die 600 Werke, von der monumentalen nicht-figurativen Ölmalerei (wie etwa ihre Hommage Blai Bonet, den Dichter ihrer Wahlheimat Mallorca,1998), Zeichnung und Druckgrafik über Skulptur bis zu fotografischen und literarischen Portraits von hunderten Menschen, die über ihr Leben erzählen. Die Einzelschicksale der Opfer und Opferinnen der nationalsozialistischen bzw. faschistischen Regime stehen im Mittelpunkt und werden ins Leben zurückgeholt. | |||||||||||||
Die
ausgestellten sechs Blätter reproduzieren Poesia von Machado, mit Tusche
auf Bütten. Die Gedichte werden wortwörtlich niedergeschrieben,
mit senkrechter Pinselhaltung. Der Text verläuft durchgehend bis zum
Formatende. Ist das Blatt voll, wird es um 90 Grad gedreht und der Text
fortgesetzt. Neun solche Schichtungen lagern aufeinander, so dass der Text
seine Lesbarkeit verliert und die Qualität eines handschriftlichen
Kunsterzeugnisses gewinnt: Eine künstlerische Aneignung des Textes
und dadurch die Wiederbelebung seines Autors. Keine Kunst ohne Erinnerung,
notiert Dieter Ronte und sieht das Werk von Eva Choung-Fux als einen
Dialog mit sich selbst, mit anderen, einen Dialog zwischen der Vergangenheit
und Gegenwart, zwischen der Gegenwart und der Zukunft (in: Survivors
on Life, 1995, S.98). |
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