Mitteilung 15
Die neuformierte Gruppe in Dresden
Schichtwechsel 01 präsentiert ihre „rote Beute“, die sie von ihrer
neuesten Entdeckungsreise heimgebracht hat: einen Haufen rote Erde, damit die
Entdeckung, Eroberung, ja Vereinnahmung des roten Planeten unter Beweis
gestellt werden kann. Selbstverständlich wird, als weiterer sinn-fester Beweis,
auch das Eroberungsmanöver in Bild und Ton dokumentiert, das während der
gesamten Ausstellungsdauer zu besichtigen ist. Meretrix (lat.
Hure) nennen die Künstlerinnen und Künstler (Astrid Goldhardt, Doris Granz,
Simone Heller, Alexander Keuk, Maja Linke, Uli Mengel, Annette Quentin-Stoll,
Esther Timmermann, Anke Zeißig) ihr zweites gemeinsames Projekt, das sich, wie
ihr erstes, mit dem Rot auseinandersetzt (rot + rot = 2 x rot, Dresden
2001). Im Zuge dieser Arbeit verlassen die Künstlerinnen und Künstler der
heterogenen Gruppe ihr jeweils gewohntes Terrain, „um sich experimentell auf ein
künstlerisches Ziel einzulassen“.
Entdeckung als „Offenheit für das Neue“ mag auch eine Wendung vollziehen: die Inbesitznahme des Neuen; die Um- und Besetzung des Neuen nach eigenen Bedürfnissen, dessen Ausbeutung. Die Begegnung mit einer willigen, sich allem fügenden Hure erscheint als Höhepunkt und erwünschter Ausgang einer Abenteuergeschichte.
Rot, das einen zur Tat verführt,
und Rot in seiner bedrohlichen Gestalt. Menschen, die in das „neue
Lebensterrain“ fort- und einschreiten, gefährden auch ihre eigene Integrität.
Sie mögen vollziehen, was sie selbst in Frage stellen. Sie verhuren sich, indem
sie die Erfahrung des Offenen zugleich in einen kurzsichtigen pragmatischen
Rahmen zu bannen suchen, ja meist sich durch diesen erst leiten lassen.
Die Eroberung des roten Planeten ist vorgetäuscht. Solange jedoch das hergestellte Bild das Monopol über die Wahrheitsverkündigung ausübt, scheint das simulierte Modell glaubwürdig, und die Fragwürdigkeit dessen will die Installation in den Mittelpunkt rücken.
Niteen Gupte, Dresden,
01.08.2003
Im
Rahmen des Rot VIII Schichtwechsel
01: Meretrix. Installation 30.08.2003-10.10.2003 tägl.
24 Std., nähere Betrachtung n. V. 30.08.2003,
1900 Eröffnung der Installation in Anwesenheit der Künstlerinnen und Künstler |
Martine
Dallennes: Zwischen-Welten: Frankreich-Deutschland/Malerei-Poesie. 15.10-2003-14.11.2003 tägl.
24 Std., näh. Betrachtung n. V. 15.10-2003, 20 h Eröffnung
der Ausstellung 21
h liest Martine Dallennes aus ihren Schriften Sonderprogramm
zur 1. Frankreich Woche in Dresden In Zusammenarb. mit institut français de dresde, Dresden, & Bosch Stiftung, Stuttgart |