Mitteilung 20
Der
Mensch ist ein Wesen, das auf Interpretieren angewiesen ist. Alles Reden sei
Übersetzen, schrieb Johann Georg Haman. Man kann das ergänzen: alles Wahrnehmen
und Empfinden ist es auch. Das Wahrnehmen, auch das Übersetzen von Kunst, kann
als Metamorphose bezeichnet werden, also als Verwandlung von einer Form
in eine andere.
Für
ihr Experiment „Looking at me, are you?”,
das die Galerie am Alaunplatz zeigt, bat die Münchener Künstlerin Angelika
Böck sechs Dresdner Zeichnerinnen und Zeichner und zwei FotografInnen um ihre
Mitarbeit.
Das
Experiment ist eine Fortsetzung ihrer Arbeit „Stille Post“ (1999): in Afrika
lernte die Künstlerin (Studium der Architektur und Bildhauerei in München, geb.
und lebt ebendort) die Tradition der aus Holz geschnitzten Figuren kennen. Sie
ließ von einem einheimischen Bildhauer ihre Büste anfertigen, diese wurde nacheinander
von mehreren afrikanischen Bildhauern kopiert und diese wurde dabei Schritt für
Schritt in die Büste einer Afrikanerin verwandelt. Die hiesige Tradition des
figürlichen Zeichnens und der Grafik aufgreifend bat Angelika Böck hier sechs Dresdner
Künstler, , jeweils um die Kopie der Zeichnung ihres Vorgängers in einer Reihe
von Zeichnungen die als Ausgangspunkt ihr eigenes Passbild hatte.
Die
einzelnen Zeichnungen werden in der Ausstellung den fotografischen Porträts der
Künstler gegenübergestellt.
BETRACHTER BETRACHTET III
Angelika Böck: Looking at me, are
you?
Experiment
mit Friederike Aust, Maja Linke, Jochen Lorenz, Maja Nagel, Hans-Jürgen Reichelt
und Christopher Simpson
Fotos:
Susie Knoll (München) und Fotoatelier
9. September bis zum 21.
Oktober 2004
tägl. 24 Std., nähere
Betrachtung n. V.